Beim Info-Abend zur Energieeinsparung in Herbstein bestand reges Interesse.
Raus aus der Energiefalle“ war ein Thema im Hotel Herbstein, das sowohl den Geldbeutel als auch die Ressourcen schonen kann. Alexander Schagerl, Bernhard Ziegler,Holger Marx Anette Kurth, Bernd Höhl, Josef Michael Ruhl und Norbert Lautenschläger versorgten die Gäste des Abends mit unterschiedlichen Informationen darüber (v.l.).

Pressetext aus dem Lauterbacher Anzeiger vom 02.10.2013

Fachleute gaben vielfältige Energiespartipps

Stadt Herbstein, Volksbank Lauterbach-Schlitz und Bioenergieregion Mittelhessen hatten eingeladen.

Herbstein (gst). „Wenn nicht jetzt wann dann?“, so kann das Ergebnis eines Info-Abends im Hotel Herbstein zusammengefasst werden. Zum Thema „Raus aus der Energiefalle“ hatte die Stadt Herbstein, die Volksbank Lauterbach und die Bioenergieregion Mittelhessen eingeladen.

Steigende Energiekosten auf der einen Seite und auf der anderen Seite ein günstiges Zinsniveau lassen es sinnvoll erscheinen, in Energiesparmaßnahmen zu investieren. Dabei kann nicht nur durch ein geändertes Nutzerverhalten so mancher Euro eingespart werden. Sondern oft rentiert sich auch ein Austausch im Bereich von Haushaltsgeräten, bei der Haustechnik oder Wärmeschutzmaßnahmen.

Wer dies nicht aus Eigenmittel umsetzen kann, für den dürfte sogar eine Finanzierung interessant sein.

„Wenn nichts geht, stricken wir ihnen etwas“, stellte Bankvorstandsmitglied Norbert Lautenschläger nach den Ausführungen seines Mitarbeiters Bernd Höhl fest, womit deutlich wurde, dass es neben unterschiedlichen Förderprogrammen auch maßgeschneiderte Finanzierungen aktuell gibt.

Bürgermeister Bernhard Ziegler meinte bei der Begrüßung, die Gäste könnten erfahren, ob es sinnvoll sei, gewisse Dinge ins Haus zu investieren. Er rückte dabei steigende Energiepreise und gefallene Zinsen in den Mittelpunkt. Dabei sei aber nicht alles Gold, was glänze und nicht alles sei effizient. Auch wenn sich Manches nicht sofort rechne, könne aber auch die Wohnqualität dabei steigen.

Die Energiewende gehe jeden etwas an und auf die Menschen würde etwas zukommen, stellte Vorstandsvorsitzender Norbert Lautenschläger fest. Deshalb sei diese bei der Volksbank Lauterbach-Schlitz ein Hauptthema des Jahres 2013. Man könne keine fertigen Lösungen anbieten, doch dafür sensibilisieren. Die anwesenden Handwerker und Bankberater würden nach den Vorträgen zum persönlichen Gespräch bereitstehen.

Anette Kurth meinte, eine Aufgabe der Bioenergieregion Mittelhessen sei es, die Menschen zu beraten Bei der Umsetzung der Ziele wie Energieeffizienzmaßnahmen, Gewinnung von Wärme aus regenerativen Quellen, ressourcenschonenden Verhalten, der Erhaltung von Grünlandstandorten und die Umsetzung von Projekten mit Bürgerbeteiligung. 75 Prozent der Primärenergie werde für Wärme und 25 Prozent für Strom verwandt. Anhand des Landkreises Gießen stellte sie fest, dass 94 Prozent des Wärmebedarfes aktuell über Import von Öl und Gas abgedeckt würde. Damit würden 400 Millionen bis 500 Millionen Euro im Jahr aus der Region abfließen. Dies werde nicht eingesetzt, um regionale Wertschöpfung zu betreiben.

Erster Referent war der Architekt Josef Michael Ruhl aus Herbstein. Anhand zahlreicher Beispiele wurde erkennbar, dass eine windgeschützte Bauweise schon wichtig sein kann, besonders bei einem Neubau. Gebäudesanierung zwischen Denkmalschutz und Energieeinsparung sei auch oft ein Thema aber auch lösbar. Ruhl befasste sich auch mit Fördermöglichkeiten im Rahmen der Dorferneuerung mit bis zu 30 Prozent der anerkannten Kosten, höchstens bis zu 30 000 Euro sowie der Kreditanstalt für Wiederaufbau.

Energieberater Holger Marx hatte Tipps dabei, wie man Strom sparen kann. Zwischen 3 200 bis 3 900 Kilowattstunden betrage der durschnittliche Stromverbrauch bei einem Drei-Personen-Haushalt. Bei vier Personen seien es 3 700 bis 4 500 Kilowattstunden. Strom mit 23 Cent Kosten sei eine teure Energie gegenüber Öl oder Gas, wo für eine Kilowattstunde nur acht Cent bezahlt werden müssten. Strom sparende Geräte konnten die Kosten halbieren. Eine andere Möglichkeit sei es, auf „Stand-by“ zu verzichten und die Geräte abzuschalten. Bei einem Espressoautomat könnten 40 Euro, bei einer Stereoanlage mit 30 Euro, bei einem Sat-Receiver 30 Euro, bei einem Videorekorder 20 Euro, bei einem DSL-Router 20 Euro und bei einem Halogenlampen-Steckernetzteil 10 Euro im Jahr gespart werden. Dies ergebe einen Betrag von 150 Euro.

Volksbank-Mitarbeiter Bernd Höhl sprach die verschieden Fördermöglichkeiten an. So seien Zinsbindungen bis zu 30 Jahren möglich, es bestehe sowohl die Möglichkeit an Förderdarlehen zu gelangen als auch Zinszuschüsse zu erhalten.

Energiesparmaßnahmen können sich rechnen, wurde für alle deutlich. Aber nur, wenn vorher mit den Fachleuten gesprochen wird, damit keine Fehler bei der baulichen Umsetzung, Fehler beim Antrag auf Förderung oder bei der in Inanspruchnahme von Krediten.

Als Ansprechpartner standen auch die Baustoffhändler Schneider, Steinfurt und Eiffert, Rixfeld; Malerfachbetrieb Völlinger, Herbstein; Vulkan Schreiner Uwe Müller, Lanzenhain; Elektro Heuser, Herbstein und Dachdecker Berthold Staubach, Herbstein im Verlaufe des Abends zur Verfügung.