Stefan Ruhl, Wolfgang Keller und Norbert Lautenschläger (v. links).
Blick auf den Jahrgang 1961 bei der gut besuchten Veranstaltung

Pressetext aus dem Schlitzer Bote vom 03.11.2016

Nützliche Informationen für den Jahrgang 1961
Hauptkommissar Wolfgang Keller und Prokurist Stefan Ruhl gaben viele wertvolle Tipps

LAUTERBACH
„Wie sichere ich mein Hab & Gut“ und „Lebensqualität“ waren die beherrschenden Themen der Kundenveranstaltung der Volksbank Lauterbach-Schlitz e.G. am Dienstagabend im Sitzungszimmer der Volksbank. AlLFRED HAHNER

Eingeladen waren Volksbankunden des Jahrgangs 1961, die mit Erreichen des 55. Lebensjahres die Zielgerade des Berufslebens vor sich haben. Vorstandsvorsitzender Norbert Lautenschläger begrüßte im Namen des Volksbank-Teams über mehr als 50 junggebliebene 55-Jährige, um sich mit ihnen Gedanken über ihre persönliche Lebensqualität im Hinblick auf den verdienten Ruhestand in den nächsten Jahren zu machen. Zu diesem Thema passte auch das Thema, wie man sein „Hab & Gut“ entsprechend sichern kann. Dazu war als Experte Hauptkommissar Wolfgang Keller von der Polizeidirektion Vogelsberg eingeladen worden, der zur Führungsgruppe der Direktion gehört, für die Presse- und Öffentlichkeitsarbeit und für die kriminalpolizeiliche Beratung zuständig ist. Es ging in seinem Referat um die Einbruchsprävention für Einfamilienhäuser und den Diebstahlsschutz. Es gelte der Grundsatz, den Ganoven das Leben so schwer wie möglich zu machen und den Einbrechern einen effektiven Riegel vorzuschieben. Dazu bietet die Polizei ihre Hilfe und Beratung an. Keller ist jederzeit über Tel. 06641 971-132 zu erreichen, entsprechende Termine zu vereinbaren. Zunächst ging Keller auf die Kriminalpolizeiliche Statistik ein, mit einer erfreulichen Aufklärungs-Quote in 2015 von über 64 Prozent im Bereich der Polizeidirektion Vogelsberg. Ein Drittel der Straftaten betreffen Einbruchsdelikte. Hier wurden im Jahr 2015 insgesamt 175 Fälle regiestriert. Schwerpunkte waren Alsfeld und Lauterbach, aber auch sonst kamen im Vogelsberg Wohnungseinbrüche vor. Die Schäden werden mit 2.500 bis 3.000 Euro angeben. Neben dem materiellen Schaden entstehen aber auch ideelle und psychologische Schäden, weil sich Betroffene in ihren eigenen vier Wänden nicht mehr sicher fühlen. Unter den Tätergruppen unterscheidet die Polizei Gelegenheitsdiebe und -einbrecher, gewerbsmäßige Täter, die oft auf Bestellungen einbrechen sowie die Profis.

Die Aufklärung der Taten ist schwierig, weil es sich oft und „reisende Täter“ handelt, die nach der Tat schnell wieder verschwinden. Haupttatzeiten sind die dunkle Jahreszeit, besonders die Monate November und Dezember. Und am meisten wird an den Wochenenden, am Freitag und Samstag, eingebrochen. Die Taten werden meist zwischen 05.00 und 06.00 sowie zwischen 22.00 Uhr und Mitternacht begangen.

Angriffsflächen sind Fenster und Türen, auch Terrassentüren und der Kellerbereich. Die Ganoven benutzen als Werkzeuge den Geißfuß und Schraubendreher. Meist werden Fenster und Türen aufgehebelt, selten werden Glasscheiben eingeschlagen, so Keller. Er ging dann auf Einbruchssicherungen und -hemmnisse ein. Dazu gehören sogenannte Rollzapfen an Fenstern und Türen umlaufende Pilzkopfbeschläge und abschließbare Fenstergriffe, sowie eine einbruchshemmende Verglasung und stabile Querriegel vor Türen und Fenstern. Man sollte sich nach der DIN-Norm 1627 „RC 2“ geprüfte Fenster und Türen durch fachgerechte Montage einbauen lassen, rät Keller. Gegebenenfalls sollte man Rollzapfen gegen Pilzkopfregelung austauschen. Geeignet sind auch abschließbare Nachrüstsicherungen durch Querriegel an Fenstern und Türen. Rolläden stellen keinen Ersatz für einbruchshemmende Fenster dar. Gut sind Rollos aus Aluminium mit Hochschiebeschutz, weiß Keller.

Haustüren sollten aus Massivholz mit Schutzbeschlag bestehen, wobei eine Mehrfachverriegelung sinnvoll ist, was auch für das Schloss gilt. Dazu gehört auch ein massives Schließblech nach der DIN-Norm „RC 2“. Neben der mechanischen Sicherung macht der Einsatz der Elektronik Sinn, sagt Keller.

Für die Innenraumüberwachung sind Bewegungsmelder sinnvoll, ebenso die Außenhautüberwachung, die man auch per Funk einsetzen kann. Als Beleuchtung empfiehlt Keller Halogenstrahler, die jedoch außerhalb der normalen Reichweite, mindestens zwei bis drei Meter hoch montiert sein sollten. Auch der Einsatz von Schaltzeituhren ist sinnvoll.

Hinsichtlich der Außensicherung empfiehlt Keller eine Heckenbepflanzung mit einer Höhe von maximal 1,80 Meter. Eine Sicherheitstechnik lohnt sich in jedem Fall.

Seit 2016 gibt es für Sicherungsmaßnahmen an Einfamilienhäusern einen staatlichen Zuschuss, so Keller. Für Kosten von 2.000 bis 15.000 Euro werden 10 Prozent Förderung gezahlt. Keller erläuterte dann auch das richtige Verhalten nach einem Einbruch: Sind der oder die Täter noch im Haus, außer Anschreien nichts unternehmen und sofort den Notruf 110 absetzen. Keinesfalls den Helden spielen, weil das meist schief geht, weiß der Fachmann. „Vorsicht: Wachsamer Nachbar“ ist ein Thema, das die Polizei schon seit einigen Jahren versucht, unter die Leute zu bringen. Das bedeutet, mit den Nachbarn reden, damit sie bei Abwesenheit des Nachbarn ein wachsames Auge auf das Haus haben sollten. Aufmerksam sollte man auch auf Personen und Fahrzeuge sein, die unbekannt sind. Die Autokennzeichen sollte man notieren und der Polizei mitteilen. Nicht selten handelt es sich um potentielle Einbrecher, die die Objekte am Tage ausbaldowern. Die Ausführungen Kellers waren so perfekt, dass es praktisch keine Nachfragen gab.

Mit einer Power-Point-Präsentation zum Thema „Ausblick auf den Ruhestand“ wartete anschließend der Prokurist fürs Wertpapiergeschäft, Stefan Ruhl auf. Das Problem erläuterte Ruhl anhand eines 10.000-Meter-Laufs. Wer sich schon früh verausgabt, dem fehlen am Ende die Reserven und wer sich zurückgehalten hat, greift in der letzten Runde nochmal an, stellte er fest. Die Entscheidung fällt auf der Zielgeraden.

Ein solcher Lauf ist wie das menschliche Leben, wo mit dem Laufen alles anfängt. Es folgen Schule und Ausbildung und nach einem langen Berufsleben geht es in den Ruhestand. Auf das Lebensalter der anwesenden 55-jährigen gibt es zwei Möglichkeiten: Beschäftigt man sich mit der Situation oder lässt man das Rennen weiterlaufen? Er stellte fest, dass die meisten Bürger in Bezug auf ihre Altersvorsorge leider nicht auf dem aktuellen Stand sind. Deshalb muss man clever sein und eine Zwischenbilanz ziehen, um eventuell  noch Korrekturen vornehmen zu können. Die „Zwischenbilanz“ erläuterte Ruhl anhand von vier Schritten und erläuterte dies an entsprechenden Beispielen.

Die Zwischenbilanz sieht bei jedem Menschen anders aus und es gibt keine perfekte Lösung. Nur ein persönliches Gespräch mit einem Experten der Volksbank kann Aufschluss über die gegenwärtige Lage geben, und wie man weiter verfahren sollte. Dazu gehören rechtliche Regelungen ebenso wie die Risikoabsicherung im Alter, Renovierungen am Haus  für altersgerechtes Wohnen, Krankheit und Pflege.

Ruhl erläuterte dann das Beratungskonzept der Bank in drei Schritten und machte deutlich, dass die Volksbank Lauterbach-Schlitz in allen Lebenssituationen der richtige Finanzpartner ist, denn das Geschäftsmodell ist einzigartig und bringt dem Kunden viele Vorteile. Für dieses Modell ist die Bank als einzige in Deutschland auch zertifiziert.

Norbert Lautenschläger dankte den beiden Referenten für ihre sachlichen und umfangreichen Informationen und lud anschließend die Besucher zu einem kleinen Abendessen ein.