Klaus Riester sprach über niedrige Zinsen (Bild Gernot Schobert)

Pressebericht aus dem Lauterbacher Anzeiger vom 15.04.2016

Rund 500 Mitglieder und Kunden genossen Unterhaltung und Information in der „Olaf-Dahlmann-Arena“

ANGERSBACH - (gs). Die Deutschen sparen, und das trotz der anhaltenden niedrigen Zinsen. So zu sagen als eine Hilfe, über eine Kapitalanlage nachzudenken, die mehr bringt als das auf Sparbüchern geparkte Geld, hatte die Volksbank Lauterbach-Schlitz Mitglieder und Kunden ins Wartenberg Oval eingeladen. Unter dem Motto „Unterhaltung, Finanzen & mehr...“ gab es viele Informationen rund um Geldanlagen, hervorragendes Kabarett von Christoph Brüske, leckere Speisen aus der Hotelküche Schubert, Getränke und nach 21 Uhr gemeinsames Fernsehen auf Großleinwand vom Spiel der Bayern.

Mit dem Auftritt von Christoph Brüske, der die Gäste in der „Olaf-Dahlmann-Arena“ begrüßte, ging es locker los. Locker waren auch die Vorträge von Klaus Riester (Geschäftsführer Union Investment Privatfonds GmbH) und Prokurist Stefan Ruhl (Leiter Wertpapiergeschäft Volksbank Lauterbach-Schlitz eG). Weltgeschehen. Politik, Finanzwelt oder Vogelsberg: Brüske hatte zu allem etwas zu sagen, das viele Lacher erzeugte und mit großem Beifall bedacht wurde. Bei seinen drei Auftritten bewies er auch sein sängerisches Talent, zu gängigen Melodien gab es Texte von ihm. Er verblüffte durch seine Hymne an den Vogelsbergkreis, in der er sich als ausgezeichneter Kenner der Gegend um Lauterbach, Herbstein, Schlitz und dem „Blauen Eck“ erwies. Die Hintergrundinformationen dazu hatte er von der Marketingleiterin der Volksbank, gestand er am Ende seines Auftritts, bei dem er ohne Zugabe nicht von der Bühne gehen durfte.

Vorstandsvorsitzender Norbert Lauterschläger begrüßte die rund 500 Besucher und brachte seine Sorgen um die Zinspolitik der EZB zum Ausdruck. „Die Deutschen sind Sparmeister, nur ihr Geld vermehrt sich nicht mehr“, stellte er fest.

„Antworten auf die Niedrigzinsphase“ gab Klaus Riester. Er sprach von historisch niedrigen Zinsen und forderte: „Wir müssen unser Anlegeverhalten ändern“. Dass das Sparverhalten der Deutschen zu Vermögensverlusten führe, belegte er anhand der Zinsentwicklung seit den 60er Jahren. Da die Geldwertanlagen 80 Prozent des Vermögens ausmachten, sei man auf Zinserträge angewiesen. Noch in den 90er Jahren konnte ein Sparer sein Kapital in zwölf Jahren verdoppeln, derzeit benötige er dazu 360 Jahre. In allen Bereichen unseres Lebens gebe es ständig Veränderungen, also sollte man auch sein Anlageverhalten ändern. Er prophezeite ein dauerhaft niedriges Zinsniveau. Da sich das Vermögen nicht mehr vermehre, sei ein modernes Anlagekonzept erforderlich, ein Mix aus Renditechancen und Sicherheit mit Renditen zwischen drei und vier Prozent bei einem geringen Risiko. Er riet dazu, alle Anlagen zu klären und kompetent zu verzahnen, schnell, drastisch und intelligent zu handeln. Die Risiken müssten gesteuert, das Verhältnis von Chance und Sicherheit müsse festgelegt, Schwankungen müssten kontrollierbar gemacht und Marktchancen konsequent genutzt werden. Sein weiterer Rat: Sich beraten zu lassen. Er schlug eine Kombination aus allen Vermögensanlagen als intelligente Lösung vor, um Vermögen wachsen zu lassen. Wem das alles zu schnell gehe, der könne sich Stück für Stück an neue Anlageformen herantasten und behutsam streuen.

Volksbank-Prokurist Stefan Ruhl zeigte in seinem Vortrag „Geldanlagen gestern, heute und morgen“ auf, was Geldanleger und Schachspieler gemeinsam haben. Anhand seiner Prognosen in den Kundenveranstaltungen der vergangenen Jahre belegte er, dass bei seinen damaligen Vorschlägen Geld zu verdienen war. Er riet dazu, das Geld breit zu streuen und auf eine positive Wertentwicklung zu setzen. Spekulieren und Sparen seien falsch, bei Vermögensanlagen hänge der Erfolg zu über 93 Prozent von der Vermögensstruktur ab. Er schloss seinen Vortrag mit der Feststellung: „Es hat noch nie geschadet, sich gemeinsam Gedanken zu machen“.