Sind stolz auf die Auszeichnung als "Beste Bank vor Ort 2017" durch die Gesellschaft für Qualitätsprüfung mbH Seefeld (von links) Bankvorstand Alexander Schagerl, Marketingleiterin Kerstin Novy und Vorstandschef Norbert Lautenschläger. (Foto: Kempf)

Pressebericht aus dem Lauterbacher Anzeiger vom 14.01.2017

BILANZ Volksbank Lauterbach-Schlitz wächst trotz schwierigem Marktumfeld / Bilanzsumme erhöht sich auf 536 Millionen Euro

LAUTERBACH - (cke). Die Volksbank Lauterbach-Schlitz gehört zu den Top-Banken in Hessen. Daran hat sich trotz schwieriger Rahmenbedingungen auch im vergangenen Jahr nichts geändert. Zusammen mit seinem Vorstandskollegen Alexander Schagerl zog der Vorstandsvorsitzende der Volksbank Lauterbach-Schlitz, Norbert Lautenschläger, bei der Bilanzpressekonferenz ein positives Resümee über ein „befriedigendes Jahr 2016“ trotz niedrigerer Erträge. Und beide hatten eine weitere Top-Nachricht zu verkünden: Die Volksbank darf sich in diesem Jahr „Beste Bank vor Ort 2017“ nennen. Im Vergleich der vier in Lauterbach ansässigen Kreditinstitute, den die unabhängige Gesellschaft für Qualitätsprüfung im November des vergangenen Jahres angestellt hatte, hatte sie als Beste im Bereich Privatkunden-Beratung abgeschnitten. Vertreter der Gesellschaft hatten in den Banken vor Ort unangekündigte Testkäufe vorgenommen. Verschiedene Aspekte wie Gesprächsanbahnung, Atmosphäre und Bedarfsanalyse waren dabei geprüft worden. Der Volksbank-Berater hatte die beste Bewertung für sein Unternehmen erzielt, das sich jetzt mit dem Titel schmücken darf. „Das Ergebnis zeigt, dass unsere Strategie fruchtet. Hohe Kundenzufriedenheit und Beratungsqualität stehen bei uns oben an“, sagte Lautenschläger. Dem Kunden werde nur das Produkt verkauft, das zu ihm passe. „Wir können im Vergleich zu den Internetbanken nicht die günstigsten sein, aber die Qualität stimmt“, freute er sich und verwies auch darauf, dass sich die Volksbank seit 2009 regelmäßig die Service- und Beratungsqualität im Privat- und im Firmenkundengeschäft durch den TÜV Rheinland zertifizieren lasse.

Einige „Highlights“ des vergangenen Jahres skizzierten Volksbank-Chef Lautenschläger und sein Kollege Schagerl und zeigten einen Imagefilm der Bank, bevor sie sich der Geschäftsentwicklung widmeten. Sie erinnerten an Kundenveranstaltungen und Termine, bei denen die Volksbank ihre Verbundenheit mit den Menschen in der Region dokumentiert habe.

Die Bilanzsumme des Unternehmens erhöhte sich von 503 auf 536 Millionen Euro, eine Steigerung um fünf Prozent. Der Bilanzgewinn liegt mit einer Million Euro etwas unter dem Vorjahresniveau (1,2 Millionen Euro). Die Dividende soll sich nach dem Willen von Vorstand und Aufsichtsrat auf fünf Prozent belaufen, ein Prozent weniger als vor einem Jahr. Doch trotz positiver Zahlen wollten die beiden Banker die Situation, in der sich die Banken in der anhaltenden Niedrigzinszeit befinden, nicht schönreden: „Das dauerhaft niedrige Zinsniveau ist das Zukunftsthema für die Banken. Die Branche gerät zunehmend unter Druck“, sagte Schagerl und Lautenschläger prognostizierte, dass das Zinsniveau viele kleinere Volksbanken und Sparkassen in ihrer Existenz bedrohen werde.

Ende des vergangenen Jahres waren 8 762 Mitglieder mit Geschäftsguthaben von drei Millionen Euro Anteilseigner der Volksbank Lauterbach-Schlitz. Im Berichtsjahr sind der Volksbank 285 Mitglieder beigetreten.

2016 betrieb die Volksbank noch sieben stationäre Geschäftsstellen und eine Selbstbedienungs-Stelle, in diesem Jahr werden es noch fünf Filialen und zwei SB-Stellen sein, nachdem Maar in eine SB-Stelle umgewandelt und Frischborn geschlossen wurde. Die im August 2015 eröffnete Geschäftsstelle in Angersbach am neuen zentralen Standort in der Lauterbacher Straße sei von den Kunden sehr gut angenommen worden, betonte Lautenschläger.

Ende 2016 waren insgesamt 102 Mitarbeiter beschäftigt, darunter neun Auszubildende. „Die Aus- und Weiterbildung hat in unserem Hause einen sehr hohen Stellenwert. Der schwierige Arbeitsmarkt zeigt uns immer wieder, dass die eigene Ausbildung von kompetenten und flexiblen Mitarbeitern unverzichtbar ist“, betonte der Vorstand.

Weiterhin steigende Bedeutung kommt dem Online-Banking zu: „Unsere Online-Geschäftsstelle wird ständig in Funktionalität und Optik weiter entwickelt und um innovative Neuerungen ergänzt.“ Zum Jahresende wurden 6 348 Konten (plus 4,4 Prozent) mit einem Anlagevolumen von 67,2 Millionen Euro geführt, was einem Plus von 11,2 Prozent entspricht. „Unsere Kunden schätzen unseren Multi-Kanal-Vertrieb sehr. Das schnelle Internet-Geschäft, Möglichkeiten über Smart-Phone-Apps oder auch die spezielle, kompetente sowie individuelle Beratung, und all das in einem Hause, werden gerne in Anspruch genommen“, resümierte der Vorstand.

Die Eigenkapitalausstattung der Bank sei weiterhin gut. Das bilanzielle Eigenkapital werde sich, unter der Annahme der Zustimmung der Vertreterversammlung zum Gewinnverwendungsvorschlag, auf rund 60 Millionen Euro – unter Berücksichtigung des Fonds für Allgemeine Bankrisiken – erhöhen. „Die Vorschriften der Bankenaufsicht zur Eigenkapitalausstattung der Banken werden uns weiter belasten. Die Stärkung des Eigenkapitals wird auch für unser Haus weiterhin ein Thema sein.“

Die Liquidität sei im Geschäftsjahr jederzeit gewährleistet und die gesetzlichen Normen eingehalten worden. Die bankeigenen Anlagen zum Jahresende betrugen 302 Millionen Euro.

Die bilanzwirksamen Kundeneinlagen erhöhten sich auf 349 Millionen Euro. Das bilanzielle Kreditvolumen hat sich auf rund 214 Millionen Euro erhöht. „Im gewerblichen Kreditgeschäft konnten wir allen vertretbaren Kreditwünschen nachkommen. Eine Kreditklemme hat es bei unserem Mittelstand nicht gegeben“, so Lautenschläger. Das private Kreditgeschäft, vornehmlich die privaten Baufinanzierungen, habe weiterhin stark zugenommen. Grund hierfür seien einerseits die weiterhin günstigen Marktkonditionen sowie vielfältige Vertriebsaktivitäten der Mitarbeiter gewesen. 327 Bausparverträge mit einer Summe von 10,6 Millionen Euro wurden abgeschlossen.

„Auch im Versicherungsgeschäft können wir eine gute Zielerreichung in den einzelnen Versicherungssegmenten vermelden. Mit unserem Wertpapiergeschäft sind wir sehr zufrieden. Unser Investmentgeschäft mit unserem Kooperationspartner Union Investment hat sich sehr positiv entwickelt“, betonte Schagerl. Aufgrund des äußerst niedrigen Zinsniveaus und weiter sinkender Margen im Kundengeschäft sei das Zinsergebnis enorm zurückgegangen.

Im Dienstleistungsgeschäft könne die Volksbank dank erhöhter Vertriebsaktivitäten ein gesteigertes Ergebnis ausweisen. „Wir werden einen Gewinn in Höhe von rund einer Millionen Euro erzielen. Hiermit sind wir zufrieden.“ Mit einer „cost-income-ratio“ in Höhe von 52 Prozent nehme die Bank einen hervorragenden Platz in der Bankenbranche ein. „Dies bedeutet, dass wir 52 Cent aufwenden, um einen Euro zu verdienen.“

Trotz des schwierigen Marktumfelds blicken die Volksbank-Vorstände dennoch positiv in die Zukunft: „Für das Jahr 2017 gehen wir von einem weiter anhaltenden niedrigen Zinsniveau aus. Neben einem guten Kostenmanagement ist es wichtig, die digitalen Möglichkeiten zu nutzen, um das Bankgeschäft für die Kunden einfacher, schneller und effektiver zu machen. Bei unseren Planungen für das Geschäftsjahr gehen wir von weiter wachsenden Marktanteilen aus. Sowohl im bilanziellen Geschäft, wie auch im Dienstleistungsgeschäft wollen wir Steigerungsraten erzielen.“ Die höchstmögliche Kundenorientierung stehe auch in 2017 im Fokus des Handelns. Durch konsequente Schulungsmaßnahmen solle die Beratungsqualität weiter erhöht werden. Auch die Kosten blieben im Blick, sagten die Vorstände und kündigten an, dass rund 400 000 Euro an Sach- und Personalkosten eingespart werden sollten. Einen Personalabbau werde es nicht geben.