Volksbank Prokurist Stefan Ruhl zusammen mit der Künstlerin.

Pressetext aus dem Lauterbacher Anzeiger vom 16.10.2017

Töne farbig sehen

Erika Helbich hat eine seltene Begabung. Die 1939 in Fulda geborene und heute in Schlitz lebende Malerin kann Farben hören. Sie stellt derzeit in den Lauterbacher Geschäftsräumen der Volksbank aus – „Bilder die Menschen berühren, zum Innehalten und Nachdenken anregen“, wie es Stefan Ruhl von der Volksbank Lauterbach-Schlitz bei der Vernissage formulierte. Die Laudatio auf die Künstlerin hielt Adelheid Eurich.

Erika Helbich gehört mehreren Künstlergruppen an und hat ihre Bilder, überwiegend Aquarelle, aber auch Gouachen, Öl- und Acrylarbeiten, schon in mehr als 60 Einzelausstellungen präsentiert.

Der Ruf eilt der Malerin voraus, zur Vernissage herrschte Hochbetrieb in den Geschäftsräumen der Volksbank. Selbst aus Zürich waren Gäste angereist. Die außerordentliche Begabung, Töne zu hören und farbig zu sehen, Synästhetik genannt, fasziniert. Malerei wurde Erika Helbich in die Wiege gelegt, sie brauchte nie zu lernen, wie man Farbe mischt. Ihre Bilder begeistern durch Harmonie. „Geheimnisvolle und mystische Landschaften, das Leben in einer bunten Welt“, wie Laudatorin Eurich erläuterte, sind das Ergebnis einer außerordentlich kreativen Schaffenskraft. Bei den für die Lauterbacher Ausstellung ausgewählten Werken werden die Liebe zur Schöpfung und das Auge für die Schönheiten der Natur deutlich. Stadtansichten von Schlitz oder Lauterbach sind lebendig, obwohl nur Hausfassaden und Straßenpflaster, weder Mensch noch Tier oder eine Pflanze, zu sehen sind. Das Porträt eines Clowns rührt Hintergründiges an und öffnet Einblicke in die menschliche Seele.

Erika Helbichs Ausdrucksform ist die Malerei. Sie hält keine Reden, freut sich über das Interesse an ihrer Arbeit und strahlt dabei auch ohne Worte so viel Kraft und Freundlichkeit aus. Ihr Virginia-Woolf-Porträt zeigt zudem Engagement und politisches Bekenntnis, aber auch die Freude am Experimentieren und Suchen nach neuen Darstellungsformen. Da beeindruckt das Rote Moor neben dem Orakel von Delphi, Schwertlilien, Magnolien und Sonnenblumen konkurrieren mit dem Schlitzer Burgenblick, die Fulda bei Rimbach oder der Bilstein im Vogelsberg bannen den Blick des Betrachters. Die Bilder sind ab sofort zu den Öffnungszeiten der Volksbank zu sehen.