Lisa und Anna Hahner bei ihrem Vortrag

Pressebericht aus der Osthessen Zeitung vom 21.03.2017

„Wie isst man einen Elefanten?“ – Hahner-Twins begeistern

Wartenberg – von Laura-Maria Höhl –

Erfrischend ehrlich und voller Charme haben die Hahner-Zwillinge Anna und Lisa aus Nüsttal-Rimmels am Montagabend das Wartenberg-Oval in Angersbach zum Lachen gebracht. Bei der Kundenveranstaltung „Der Weg zum Erfolg – bei der Geldanlage und beim Sport“ der Volksbank Lauterbach-Schlitz unterhielten die beiden Olympiateilnehmerinnen die 600 Anwesenden bestens mit Rollenspielen, Witzen und Liebeserklärungen.

Das Video der JP Morgan Corporate Challenge der Volksbanken und Raiffeisenbanken  zaubert den Hahner-Zwillingen ein Lächeln auf Gesicht. Sie wissen, nun ist die Kundenveranstaltung im Wartenberg Oval in ihrer Welt angelangt- dem Laufen. Sie sind nun im zweiten Teil dieses Events an der Reihe, den mehr als 600 Anwesenden zu vermitteln, was für sie Erfolg bedeutet. Ganz ungewohnt sehen sie aus in ihren schwarzen Zweiteilern, doch Sportschuhe runden ihr Outfit ab. In ihnen laufen sie voller Elan auf die Bühne, auf der die zwei 1, 65 und 1,67 Meter großen Schwestern zunächst einmal verloren wirken. „Hört man uns“ vergewissert sich Lisa des Öfteren und Anna gerät bei ihren ersten Worten noch etwas in Stocken. Doch als Anna von ihren gemeinsamen Laufanfängen im Jahr 2007 berichtet und von dem Vortrag Joey Kellys, der die beiden zu ihren ersten Schritten motivierte, sind die ersten Unsicherheiten verschwunden. Als Lisa erzählt, dass sie „eingefleischte Fans der Kelly-Family“ waren, grinst Anna schelmisch und spielt die Luftgitarre und erntet dafür zahlreiche Lacher des Publikums. Bei den Worten „Das war das Feuer, was Joey in uns entfacht hat“ beginnt Lisa, über das ganze Gesicht zu strahlen. Es ist ihnen anzusehen, dass sie sich nun vor den vielen Zuhörern wohlfühlen.

Laktat in den Beinen auch ohne Laufen

Die sich zum Verwechseln ähnlich sehenden Frauen berichten nicht nur von ihren Erfolgen im Laufsport, sondern auch von ihren Misserfolgen oder Rückschlägen. „Es liegt an uns, ob wir eine Verletzung als Rückschritt sehen oder mit dem Etikett der Chance für Veränderung versehen“, bringt Anna die Motivation der beiden Schwestern vor. Sie selbst musste nach den Olympischen Spielen in Rio fast ein halbes Jahr mit dem Laufen pausieren, da ihre Sehne stark verletzt war. Sie hat sich davon jedoch nicht demotivieren lassen. Sie nahm sich die Zeit, um neue Gedanken zu fassen. „Das mache ich jetzt noch regelmäßig – ich laufe mental Einheiten“ berichtet Anna. Sie schließe dann die Augen und erzähle sich, wie es sich anfühle, zu laufen. „Als ich über die Ziellinie lief, haben sich meine Beine angefühlt als hätte ich tatsächlich Laktat in den Beinen“, beschreibt sie die heftigen Reaktionen ihres Körpers auf ihre Vorstellungen.

Teufelchen und Engelchen oder wie man einen Elefanten isst

Doch auch die Hahner-Twins kennen fehlende Motivation zum Sport, was sie mit Bravur durch ein fiktives Rollenspiel zwischen dem „Teufelchen“ und „Engelchen“ im Kopf demonstrieren. „Wir beenden diesen inneren Dialog, bevor er überhaupt startet“, erklärt Anna die gemeinsame Taktik, um mit einem solchen umzugehen. Das Publikum lacht los. Doch dessen Zwerchfell wird auch in den nächsten Minuten keine Pause gegönnt, denn Lisa macht sogleich mit einem Witz weiter „Wie isst man einen Elefanten?“ „Stück für Stück“ beantwortet sie sich die Frage selbst. Auch für die beiden sei ein Marathon sehr weit, gesteht sie sich ein. „Das ist von Rimmels bis nach Großenlüder. Sogar ein Stück weiter. Oder?“, sie schaut fragend zu ihrer Schwester, die kopfnickend bejaht. Lisa beginnt zu grinsen „War jetzt spontan. Gut gä? Rechengenie“. Nun muss auch Anna inklusive der Zuschauer lachen. Nachdem es wieder still im Saal geworden ist, erklärt sie, dass sie sich im Training immer wieder Etappenziele von fünf Kilometern setzen würden und sich jedes Mal freuen, wenn sie diese kleinen Einheiten absolviert hätten. „Unsere Passion ist das Laufen. Das können wir zwar nicht so schnell wie Usain Bolt, dafür aber länger“, beendet Lisa den Vortrag, der in Applaus mündet.

Die Hahners und das Liebesleben

Anschließend lesen die gleichaltrigen Frauen noch einige Passagen aus ihrem Buch „Time to run“ vor und stehen noch für Fragen des Publikums zur Verfügung. Auch bei der Beantwortung von diesen stellen sie ihre Schlagfertigkeit unter Beweis. Als sich ein Fragesteller nach der Zeit für ihr Liebesleben erkundigt, kontert Lisa kokett: „Auch unser Tag hat 24 Stunden oder war das jetzt etwa ein Angebot?“. Dieses Mal erfüllt der Applaus und das Lachen des Publikums auch die letzte Ecke der elliptischen Halle. Der nächste Fragesteller möchte wissen, wie es denn mit Dopingkontrollen aussehe. Anna kann wie aus der Pistole geschossen beantworten, dass sie im vergangenen Jahr 24 Mal kontrolliert wurde. Bei Lisa sieht das anders aus. „Ich weiß es nicht auswendig. 15 oder 16 Mal“, ihr Tonfall ist fragend. „Ne 17“, fällt ihr ihre Schwester Anna ins Wort und kassiert auch dafür einige Lacher. Sie sind erfrischend ehrlich und spontan und vollkommen auf dem Boden geblieben. Auch nach dem Unterhaltungspart des Abends, der von den Mitgliedern der Hebloser Theatergruppe Manuela Floryan und Arno Helfenbein musikalisch und Szenisch gestaltet wurde, nehmen sie noch an dem gemeinsamen Beisammensein mit Snacks und Getränken teil. Sie machen Fotos und schreiben Autogrammkarten und lassen sich in Unterhaltungen verwickeln.

 

„Was ist der größte Fehler der Deutschen im Alter? – Sie sterben nicht“

Die Kundenveranstaltung „Der Weg zum Erfolg – bei der Geldanlage und beim Sport“ der Volksbank Lauterbach-Schlitz war ein voller Erfolg. Auch der fachliche Teil des Abends, den der Gastredner Frank Steinhagen, der Direktor Vertrieb Union Investment Privatfonds GmbH, ausfüllte, wurde gut angenommen. Auch er widmete sich humorvoll dem Thema Erfolg, aber nicht im Sport, sondern im Anlagegeschäft. Er ging auf die Situation der deutschen Sparer ein, die er mit einer Frage wie folgt beschrieb „Was ist der größte Fehler der Deutschen im Alter? – Sie sterben nicht“. Die Nullzinspolitik der EZB und die gestiegene Inflation würden zu Wertverlusten für jeden Anleger führen. Um Rendite zu gewährleisten, empfahl er eine breite Streuung in verschiedene Anlagethemen und auf jeden Fall die Beimischung von Aktien. Denn heutzutage würde sich das eingesetzte Kapital frühestens in 140 Jahren verdoppeln. In den 90er Jahren hätte es hingegen durch den Zinseszins-Effekt zum Beispiel bei einem Zinssatz von fünf Prozent eine Verdopplung des Kapitals in 14 Jahren gegeben.