Die Bankvorstände Norbert Lautenschläger und Alexander Schagerl sowie Marketingfachfrau Kerstin Novy (von links) freuen sich über die Auszeichnung "Beste Bank vor Ort". Foto: Kempf

Pressetext aus dem Lauterbacher Anzeiger vom 01.09.2018

Punkten mit Qualität: Volksbank Lauterbach-Schlitz ist "Beste Bank vor Ort"
Von
Claudia Kempf

Die Volksbank Lauterbach-Schlitz ist "Beste Bank vor Ort": Zwei Vorstände sprechen über Tester, Ansprüche und Schwierigkeiten, Azubis zu finden.

LAUTERBACH - Zum zweiten Mal in Folge ist die Volksbank Lauterbach-Schlitz im Bereich der Privatkundenberatung als "Beste Bank vor Ort" ausgezeichnet worden. Im Ranking der "Gesellschaft für Qualitätsprüfung" schnitt sie im Vergleich zu den Mitbewerbern am Standort Lauterbach mit Abstand am besten ab. Was sich hinter der Auszeichnung verbirgt und welche Auswirkungen sie auf das tägliche Geschäft hat, darüber sprach unsere Zeitung mit den Bank-Vorständen Norbert Lautenschläger und Alexander Schagerl.

Wie kam es zu dieser Auszeichnung?

Lautenschläger: Wir sind seit 2009 für unsere hohe Qualität der ganzheitlichen und bedarfsgerechten Beratung unserer Kunden TÜV zertifiziert. Irgendwann wurden wir auf die "Beste Bank vor Ort"-Prüfung aufmerksam, die bis dahin nur in größeren Städten erfolgte. Wir suchten den Kontakt zur Gesellschaft für Qualitätsprüfung, einem wirklich unabhängig arbeitenden Unternehmen, und regten an, dass auch Lauterbach in den Fokus ihrer Untersuchung gerückt werden könnte. Im Jahr 2016 war das der Fall. Die damals noch vier hier ansässigen Banken wurden getestet. Erstmals erhielten wir die Auszeichnung 2017. Beim jüngsten Test wurden neben den drei ansässigen Banken zwei Onlinebanken geprüft.

Wie muss man sich eine solche Prüfung vorstellen und welches sind die Kriterien?

Schagerl: Ein Tester kommt zum Kundenberater und schildert seinen Fall. Es wird ein Testkaufgespräch durchgeführt, das bei allen geprüften Banken gleich abläuft. Das Szenario sieht stets den gleichen Kundentypen vor. Ein Neukunde ist Arbeitnehmer, der eine neue Hausbank sucht, Sparwünsche hat, eine Sparempfehlung sucht und eine Unterdeckung im Bereich der Altersvorsorge aufweist. Ziel ist, dass jeder Kunde gleich gut, umfassend und bedarfsorientiert beraten und auch auf Lücken hingewiesen wird. Auf der Basis von fünf Testkategorien mit 94 Fragen und über 300 Detailkriterien füllen die Tester im Anschluss an die Beratung einen Fragebogen aus und vergeben Schulnoten von eins bis sechs.

Lautenschläger: Großer Wert wird auch auf die Nachakquise gelegt. Fasst der Berater nach? Klärt er Fragen des Kunden? Die beiden wichtigen "Headlines" sind dabei die ganzheitliche Beratung und der Verbraucherschutz. Und da können wir punkten, da wir für unsere Kunden die richtigen Produkte heraussuchen und analysieren, ob sie zum Alter des Kunden passen und dem von ihm gewünschten Risiko entsprechen.

Was hat Ihre Bank von dem Zertifikat?

Schagerl: Die Prüfung erfolgt durch die unabhängige Gesellschaft und bietet eine standardisierte Finanzanalyse für Privathaushalte nach DIN-Normen. Nach einer erfolgten Prüfung bekommen wir das Ergebnis mitgeteilt und können mit ihm, wenn wir wollen und bereit sind, das Zertifikat zu bezahlen, werben. Nach dem Test bekommen wir auch den Beraterbewerbungsbogen und können von ihm lernen.

Was bedeutet die Auszeichnung für Sie und Ihre Bank?

Lautenschläger: Wir können als kleine Bank sicher nie die mit den günstigsten Konditionen sein. Aber wir können Qualität bieten. Das Ergebnis macht uns stolz. Wir machen das gut, das wird uns bescheinigt. Und natürlich sind wir stolz auf den jungen Kollegen, der den Tester, den er natürlich nicht als solchen erkannt hat, betreute und der eine tolle Arbeit gemacht hat.

Bekommt er zur Belohnung einen Bonus?

Lautenschläger: (lacht) Er hat seinen Job gemacht. Er bekommt Anerkennung. Aber wir lassen uns grundsätzlich die Qualifizierung unserer Mitarbeiter etwas kosten. Wir trainieren regelmäßig, damit der Kunde in jeder Filiale die gleiche Beratungsqualität bekommt. Fortbildung ist das A und O, denn es gibt immer wieder auch neue Themen, in denen die 29 Kolleginnen und Kollegen geschult werden müssen. Die Struktur eines Beratungsgespräches ist immer gleich.

Was unterscheidet Ihr Unternehmen von anderen?

Lautenschläger: emotionale Kundennähe. Wir sind nicht nur räumlich nah dran an den Menschen und der Region, sondern auch durch unsere Mitarbeiter, die alle aus der Region kommen. Die kennen ihre Kunden und sind auch für sie greifbar. Auch wenn sie gemeinsam mit dem Kunden beim Bäcker einkaufen... Diskretion ist das höchste Gut.

Ihre Mitglieder sind der Volksbank eng verbunden...

Lautenschläger: Wir haben aktuell 8896 Mitglieder. Durch die Erhöhung unserer Geschäftsguthaben von 3,3 Millionen auf 8,3 Millionen Euro haben wir unseren Mitgliedern auch angeboten, ihre Anteile von 50 auf 5000 Euro zu erhöhen. Jährlich schütten wir eine gute Dividende aus. Und auch sonst fördern und gestalten wir die Region auf vielfältige Art und Weise.

Wie steht es um den Nachwuchs in Ihrer Branche und konkret bei Ihnen im Haus?

Lautenschläger: Der Bankberuf ist nicht mehr so sexy, wie er mal war. Der Ruf hat gelitten. Und das Berufsbild hat sich geändert.

Schagerl: Auch die jungen Leute haben sich verändert. Sicherheit ist ihnen zunehmend wichtig. Viele Schulabsolventen zieht es in die Ferne. Es wird immer schwerer, Auszubildende zu finden. Derzeit haben wir neun junge Leute in der Ausbildung, das sind zehn Prozent unserer Mitarbeiterschaft. Wir hätten gerne noch mehr eingestellt. Lautenschläger: In der Regel bewerben sich Abiturienten oder Fachoberschüler. Wir nehmen gerne auch Jahrespraktikanten der Vogelsbergschule und anderer Fachoberschulen. Wer hier gut ist, bekommt sofort einen Ausbildungsvertrag angeboten, auch ohne förmliche Bewerbung. Um junge Leute für uns zu begeistern, müssen wir mehr strampeln als früher. Wir richten deshalb gezielt Veranstaltungen für junge Leute aus oder engagieren uns in der Erlebniswelt Berufliche Orientierung des BZL.

Wo sehen Sie die Volksbank Lauterbach-Schlitz in zehn Jahren?

Schagerl: Keine leichte Frage, denn die Bankenlandschaft ändert sich, auch im Vogelsberg. Es wird tendenziell größere Einheiten geben.

Bedeutet das, Sie haben dann möglicherweise mit einer anderen Bank fusioniert?

Lautenschläger: Das heißt das nicht, aber entscheidende Faktoren sind die Niedrigzinspolitik und die Regulatorik. Mehr zu sagen, wäre derzeit Kaffeesatzleserei. Vielleicht ist eine Fusion notwendig, vielleicht auch nicht. Die Digitalisierung schreitet weiter voran, auch das verändert die Bankenlandschaft und den Trend hin zu größeren Einheiten oder Kooperationen im genossenschaftlichen Verbund.