Die Vorstände der Volksbank Lauterbach-Schlitz Norbert Lautenschläger (links) und Alexander Schagerl sind zufrieden mit der Bilanz 2017. Foto: Volker Nies

Pressebericht aus der Fuldarer Zeitung vom 12.01.2018

Starkes Plus dank Immobilienfinanzierung

Von unserem Redaktionsmitglied Volker Nies

Volksbank Lauterbach-Schlitz: Kreditwachstum von 18,7 Prozent im Jahr 2017
Lauterbach. Auch Banken haben mit dem niedrigen Zinsniveau zu kämpfen. Bei der Volksbank Lauterbach-Schlitz sank der Zinsüberschuss 2017 gegenüber 2016 um eine Million Euro. Dennoch gelang es dem Institut, fast den gleichen Gewinn wie im Vorjahr zu erzielen. Dafür ist die Immobilien-Finanzierung der Hauptgrund.

Schon seit Jahren ist die Volksbank Lauterbach-Schlitz das erste Kreditinstitut in der Region, das die Bilanz des Vorjahres vorlegt. "Wir wollen das alte Jahr auch gedanklich schnell hinter uns lassen; und wir wollen zeitnah über unsere Erfolge reden", sagt Vorstandschef Norbert Lautenschläger (53), der die Zahlen gestern mit seinem Vorstandskollegen Alexander Schagerl (52) vorstellte.

Die Bank erhöhte ihre Bilanzsumme um sechs Prozent - deutlich mehr als der Branchenschnitt. Besonders stark stieg das Kreditvolumen: um 40 Millionen Euro oder 18,7 Prozent. "Die Branche liegt im Schnitt bei fünf bis sechs Prozent", erklärt Schagerl. Ein Wachstum von 20,5 Millionen Euro kommt allein aus Konsortialkrediten. Dabei gewährt die Lauterbacher Volksbank gemeinsam mit einem anderen genossenschaftlichen Institut einen Kredit für eine Immobilie, die sich im Geschäftsgebiet dieser anderen Bank befindet. "Das Risiko ist breit gestreut. Unter den finanzierten Objekten sind 10 bis 15 Wohn- und Gewerbeimmobilien, auch ein Seniorenheim ist dabei", berichtet Schagerl. Diese Konsortialgeschäfte hätten 2017 rund 600 000 Euro eingebracht. Die Verbindung zu den Konsortialbanken sei über persönliche Kontakte entstanden.  Bei den Baufinanzierungen, deren Volumen um 7,4 Millionen Euro stieg, sei die Volksbank generell verstärkt auch außerhalb ihres Geschäftsgebiets aktiv.

Lautenschläger lobt, dass es insgesamt einen engen Austausch mit anderen genossenschaftliche Instituten der Region gebe. Auch die Zusammenarbeit mit der Sparkasse sei gut. Der Bankchef ärgert sich aber, dass die Commerzbank die milliardenschwere Beteiligung des Staates an ihr zu nicht kostendeckenden Angeboten nutze. Er mahnt: "Da darf die Politik nicht mehr zuschauen."

Die Volksbank wolle ihren Marktanteil weiter ausbauen. 2017 habe sie durch einen starken Kundenzustrom gespürt, dass die Deutsche Bank im Mai ihre Filiale am Lauterbacher Marktplatz schloss. Das vermittelte Bausparvolumen sei mit zehn Millionen Euro stabil, die Volumen der vermittelten R+V-Versicherungen sei gegenüber 2016 um 30 Prozent, das Wertpapiergeschäft mit Union Investment um acht Prozent gewachsen.

Die Zahlen der Bank seien auch deshalb so gut, weil sie ihre Kosten im Griff habe. "Im Kostenmanagement gehören wir zu den besten Banken Deutschlands", sagt Lautenschläger. Die Lauterbacher Volksbank müsse 53 Cent aufwenden, um einen Euro zu verdienen. Im bundesweiten Schnitt müssten die Volks- und Raiffeisenbanken hingegen 66 bis 68 Cent aufwenden. "Wenn wir gut verdienen, sollen auch unsere Mitglieder, also unsere Eigentümer, davon profitieren", sagt Lautenschläger. Der Vorstand schlägt der Vertreterversammlung deshalb vor, eine Dividende von fünf Prozent auf die Geschäftsguthaben zu zahlen. Lautenschläger fügt an, dass es dem Institut in den vergangenen sieben Jahren gelungen sei, sein Eigenkapital auf 70 Millionen Euro zu verdoppeln. Negativzinsen von bis zu 0,4 Prozent habe die Volksbank 2017 bei "einer Handvoll Kunden" eingeführt, die Guthaben von über zwei Millionen Euro bei der Volksbank hielten, teilt Lautenschläger mit.

Bilanz in Zahlen
Volksbank Lauterbach-Schlitz 2017 (in Klammern: 2016)
Bilanzsumme: 569 Mio (536 Mio)

Kundeneinlagen: 360 Mio (350 Mio)

Kredite an Kunden: 254 Mio (214 Mio)

Bilanzgewinn: 1,000 Mio (1,078 Mio)

Dividende: Vorschlag 5 Prozent (5 Prozent)

Mitglieder: 8906 (8762)

Filialen: Fünf plus zwei Selbstbedienungsstellen (sieben plus eine     Selbstbedienungsstelle)

Mitarbeiter: 98, davon neun Azubis (102, davon neun Azubis)

Versammlungen:
Mitgliederversammlung am 21. Februar im Wartenberg Oval mit Wirtschaftsminister Tarek Al-Wazir; Vertreterversammlung am 9. Mai im Oval.