Die Volksbank Lauterbach-Schlitz war mit rund 50 Teilnehmern sowie Kunden aus ihrem Geschäftsbereich nach Frankfurt gereist.

Pressebericht aus dem Lauterbacher Anzeiger vom 17.11.2018

"Rückgrat der Wirtschaft"

Der Mittelstand präsentierte sich: Unternehmergeist, Innovationskraft, Qualität und Flexibilität – das seien Stärken, die den Mittelstand zum Motor der Wirtschaft machen. Das wurde deutlich beim Wirtschaftstag 2018 der Volksbanken und Raiffeisenbanken in der Jahrhunderthalle in Frankfurt-Höchst. Die Volksbank Lauterbach-Schlitz eG war mit knapp 50 Unternehmerinnen und Unternehmern sowie Kunden aus ihrem Geschäftsbereich nach Frankfurt gereist. Das Thema des Tages lautete „Modernisierung Deutschland – Made by Mittelstand“.

Moderiert wurde die Veranstaltung von Sandra Maischberger und Udo von Kampen. Zu Beginn stellte Ralf Barkey, der neue Vorsitzende des Vorstandes des Genossenschaftsverbandes fest: „Der Mittelstand ist das Rückgrat der deutschen Wirtschaft. Das schafft er auch mit Querdenkern, die sich mal etwas trauen.“ Barkey weiter: „Der Wirtschaftsstandort Deutschland ist gut. Im globalen Wettbewerbsindex steht Deutschland auf dem Siegertreppchen“. Aber diese Topplatzierung müsse gehalten werden. Die Paradedisziplin dabei sei Innovation, sagte Barkey. Der zunehmende Fachkräftemangel sei ein Engpassfaktor. Deshalb müsse gegengesteuert werden: „Wir brauchen eine wettbewerbsfähige Mannschaft, die wir auf das Spielfeld schicken“, nahm Barkey Anleihe beim Fußball-Sport. „Die Mannschaft“ bezeichnete er als Geheimnis des Erfolges und insbesondere in den ländlichen Regionen als unabdingbare Struktur- und Perspektivengeber für junge Menschen und Unternehmen. 50 000 offene Lehrstellen stellen aber ein weiteres Alarmsignal dar.

Genossenschaften engagieren sich in ihren Regionen. Volksbanken und Raiffeisenbanken seien regionale Kreditgeber und fördern darüber hinaus in den Gemeinden Vereine, Kirchen und Verbände. Und letztlich engagieren sich Genossenschaften auch bei der Energiewende, beim Klimawandel, gegen den Ärztemangel und beim Ausbau des Breitbandausbaues, erklärte Barkey abschließend. EU-Kommissar Günter Oettinger (CDU) sprach bei seiner Rede vom Wettbewerb der Werteordnungen in Europa und der Welt oder „vom Kampf der Systeme“. Europa sei wirtschaftlich stark. Unter einem Prozent liege die Neuverschuldung in den EU-Ländern im Schnitt, sagte Oettinger und wies auf die Risiken hin: Rechtsunsicherheit in Polen und Ungarn; unsichere Stabilität der Währung in Italien oder den Populismus durch die AfD oder Le Pen. Im Weltszenario sei die Inflation von 26 Prozent in der Türkei „politisch“ gefährlich. Deutschland dagegen sei stark wie nie zuvor. Aber: politisch „schwächelt“ man, meinte Oettinger.

Auf den aktuellen Stand der Brexit-Verhandlungen angesprochen – durch die beiden Moderatoren – wurde Oettinger deutlich: May bekomme im Unterhaus keine Mehrheit. Es gebe Neuwahlen, Ausgang offen. „Der Brexit wird uns in den nächsten Wochen und Monaten auch in Brüssel stark beschäftigen, obwohl er das Problem für Großbritannien ist.“ Die Unsicherheit in Europa wachse dadurch weiter, erklärte Oettinger.

STIMMEN ZUM WIRTSCHAFTSTAG:

Für Jens Otto Kimpel war der Wirtschaftstag der „beste der letzten Jahre“. Es seien kompetente Redner aufgeboten worden und besonders von EU-Kommissar Oettinger sei er begeistert gewesen. Das traf auch für Astrid Beidel (Frankfurt) zu, die vom Vortrag von Dr. Ing. Martin Herrenknecht angetan war. Für Ralf Schneider von der Volksbank Lauterbach-Schlitz, der bislang an allen Wirtschaftstagen teilgenommen hat, war diese „eine besondere Veranstaltung“. Gut gefallen habe ihm EU-Kommissar Oettinger, aber auch der Telekom-Chef. Das Moderatorenteam empfand er als „sehr locker“. Christiane Wendt (Schlitz) war zum ersten Mal dabei und Martina Bottche (Landenhausen) zum dritten Mal. Beide sind Steuerberaterinnen und waren angetan von EU-Kommissar Oettinger, dem Telekom-Chef und Dr. Herrenknecht. Für Cengiz Kahraman (Lauterbach) wurde die Digitalisierung „gut und verständlich“ erklärt. Gut gefallen hätten ihm die Aussagen von Günther Öttinger und Dr. Herrenknecht. Überrascht zeigte er sich von Sternekoch Tim Raue, der es sogar zum Millionär gebracht hat. Auch für Benedikt Wiegand (Herbstein) war es eine „sehr gute Veranstaltung in allen Bereichen“. Er lobte Oettingers „klare Worte und Ansichten“. Auch der Auftritt der Start-Up-Unternehmer habe ihm gefallen, ebenso die gute Organisation des Tages. Für Stefan Ruhl (Herbstein) war dieser Wirtschaftstag „die beste Veranstaltung der letzten Jahre“. Er dankte Kommissar Oettinger für sein Plädoyer für Europa. Auch den „Straßenbohrer“ Dr. Herrenknecht, „ein echter Mittelstländer“, überraschte ihn mit seinen „erfrischenden Ausführungen“.