v.l. Vorstandsvorsitzender Norbert Lautenschläger, der Hessische Wirtschaftsminister Tarek Al-Wazir und Vorstand Alexander Schagerl.

Pressebericht aus dem Lauterbacher Anzeiger vom 23.02.2018

Volksbank zieht bei Mitgliederversammlung positive Bilanz / Wirtschaftsminister Al-Wazir über Digitalisierung

„Wir haben die Milliarde im Blick“, kündigte Vorstandsvorsitzender Norbert Lautenschläger das ehrgeizige Ziel der Volksbank Lauterbach-Schlitz beim Geschäftsvolumen für das laufende Geschäftsjahr an. Lautenschläger informierte zusammen mit seinem Vorstandskollegen Alexander Schagerl die Mitglieder der genossenschaftlichen Bank über die Geschäftsentwicklung. Mehr als 1000 der insgesamt rund 9000 Mitglieder waren ins Wartenberger Oval gekommen, auch um, wie berichtet, die Rede von Hessens Wirtschaftsminister Tarek Al-Wazir zu hören.

Das Kundenvolumen der Bank, das auch die Leistungen im Finanzverbund mit Dienstleistern wie der Bausparkasse Schwäbisch-Hall, Union Investment oder R+V-Versicherung einschließt, lag im Jahr 2017 bei 923 Millionen Euro, das Jahr zuvor bei 852 Millionen Euro.

Die Bilanzsumme der Volksbank-Lauterbach-Schlitz, die im Jahr 2000 noch bei 284 Millionen Euro gelegen hatte, beträgt für 2017 nun 570,4 Millionen Euro (Vorjahr 536 Millionen Euro). Die Kunden werden in sieben Geschäftsstellen von 92 Mitarbeitern betreut. Das Eigenkapital beträgt 71,5 Millionen Euro, davon sind sieben Millionen Euro Geschäftsguthaben der Mitglieder, die nach dem Vorschlag des Vorstandes für 2017 eine Dividende von fünf Prozent erhalten sollen.

Die Bank zahlt auch Steuern: 2,4 Millionen Euro für das vergangene Jahr, wobei die Hälfte als Gewerbesteuer an Kommunen der Region fließt. Darüber durften sich unter den Gästen Landrat Manfred Görig, sein Stellvertreter Dr. Jens Mischak, mehrere Bürgermeister der Region, stellvertretend begrüßt vom Wartenberger Gemeindeoberhaupt Dr. Olaf Dahlmann, sowie der CDU-Landtagsabgeordnete Kurt Wiegel freuen.

Digitalisierung

Wirtschaftsminister Al-Wazir erinnerte daran, dass der Genossenschaftsgedanke Ende 2016 von der Unesco, der Kulturorganisation der Vereinten Nationen, als immaterielles Kulturerbe geadelt worden war. Im Rhein-Main-Gebiet erlebe die Genossenschaftsidee eine Renaissance bei der Diskussion um den Wohnungsbau. Aktuell berichtete der Minister, dass die Landesregierung eine Zukunftswoche für den ländlichen Raum gestartet habe, um hier Investitionen in den Bereichen Gesundheit, Mobilität, Infrastruktur sowie in Sport und Kultur anzustoßen.

Wichtig sei es, die Digitalisierung nicht zu verschlafen. Bei der Breitbandversorgung des Vogelsberges sei es vordringlich, die noch weißen Flecken zu versorgen. Die Initiative, notfalls mit eigenen Gesellschaften für ein schnelles Internet in Wetterau und Vogelsberg zu sorgen, sei nicht vergeblich gewesen. Denn ohne dieses Engagement wäre die Telekom wohl nicht bereit gewesen, hier zu investieren.

Bei der Digitalisierung gelte es, die Sorgen der Menschen ernst zu nehmen, ohne wie das Kaninchen vor der Schlange in Starre zu verfallen. Am Ende werde es bei dieser vierten industriellen Revolution wieder mehr neue Arbeitsplätze geben als die Zahl der wegrationalisierten Stellen.

Lokale Fragen

Aus der großen Zuhörerrunde wurden an den Minister insgesamt nur drei Fragen gestellt. Zwei davon kritisierten die Anbindung Wallenrods an den öffentlichen Nahverkehr. Zum Wunsch, die Buslinie von Lauterbach nach Maar bis nach Wallenrod zu verlängern und zur Forderung, in Wallenrod wieder aus dem Nahverkehrszug ein- und aussteigen zu können, wusste der aus Offenbach stammende Minister nicht viel zu sagen.

Er berichtete aber gern über die Arbeit der Landesregierung, wo sich die Zusammenarbeit zwischen CDU und Grünen für die Öffentlichkeit nahezu geräuschlos gestalte. Ständige Aufgeregtheiten unter Koalitionspartnern wie in Berlin wirkten eher abschreckend. Der in Wiesbaden gepflegte Umgangsstil „hat am Anfang zwar ein bisschen weniger Sexappeal, aber er erzielt am Ende die besseren Ergebnisse“, versicherte der Wirtschaftsminister. Die Konturen von CDU und Grünen seien durchaus unterschiedlich, das werde auch im Landtagswahlkampf sicher deutlich. Darunter müsse aber die Regierungsarbeit nicht leiden.

Untermalt wurde das Informationsprogramm von Unterhaltungskünstler Wolf Mihm, der wirtschaftliche Entwicklungen, das Bankwesen und die Volksbank-Vorstände bei seinen Beiträgen auf die Schippe nahm. Vor und nach der Veranstaltung konnten sich die Besucher an einem Buffet laben. Die Teilnehmerliste war nach dem großen Ansturm bei der Anmeldung zwischenzeitlich geschlossen gewesen. Absagen wegen Krankheit ermöglichten dann den Abbau der Warteliste.