Unser Bild zeigt Künstler Günter Weis zusammen mit Volksbank-Vorstand Alexander Schagerl bei der Ausstellungseröffnung.

Pressebericht aus dem Schlitzer Boten vom 04.02.2014

Begeisterung über das Multitalent Günter Weis

Schlitzerländer Jung kehrte zu seinen Wurzeln zurück

Ausstellungseröffnung in der Volksbank Lauterbach

Ungewöhnlich viele Gäste prägten am Freitagabend die Vernissage des Malers und Kunstfreundes Günter Weis in der Schalterhalle der Volksbank Lauterbach. Schlitz zu Eröffnung seiner ersten Ausstellung mit dem Namen "Perspektiven" mit 23 Bildern aus dem Vogelsberg, dem Schlitzer- und Fuldaer- Land und von Schloss Beaufays in Belgien.

Vorstand Alexander Schagerl begrüßte die vielen Besucher, darunter fast der komplette MGV Maar und das Herbsteiner Gesangsensemble "Vocalissimo", wo Weiss seit einiger Zeit mit seinem kräftigen Bariton Mitglied ist. Die besondere Verbindung zur Volksbank rührt daher, dass Günter Weis mit Hilfe der Bank ein Anwesen in Herbstein erwerben konnte, wo er sich den Traum von einem eigenen Atelier verwirklichen konnte. Noch bevor der mit Weis befreundete Laudator Rolf Engelhardt über die Vita des Künstlers berichtete, ergriff dieser selbst das Wort. Er dankte der Volksbank und besonders einigen Mitarbeiterinnen für die Unterstützung beim Erwerb seines Hauses. Vor einigen Jahren besuchte er mit seiner Ehefrau Käthe die Kreisstadt und entdeckte am Haupteingang der Volksbank eine Liste mit Immobilien, die zum Verkauf angepriesen wurden. Und spontan bekundete er "Veronika Eidt" ist an allem schuld. Sie hatte ihn auch auf die Möglichkeit einer Ausstellung in der Bank aufmerksam gemacht, die nun Wirklichkeit geworden ist. Dabei lernte er auch den Prokuristen Werner Waldeck kennen, den Dirigenten des MGV Maar und seit dieser Zeit singt er dort mit. Und das gilt auch für Guido Marschner, den Dirigenten des Gesangensembles "Vocalissimo", wo er ebenfalls der Sangeskunst frönt. "Es ist einfach toll hier und ich bin froh, nach vielen Jahren im Elsass hier eine neue Heimat gefunden zu haben, wo ich mit künstlerisch betätigen kann". erklärte er. Er begrüßte auch Freunde aus Brüssel und besonders das mit ihm befreundete Ehepaar Rolf und Julia Engelhardt aus Solingen.

Bevor Rolf Engelhardt die Person Günter Weis aus der Sicht eines Freundes näher darlegte, gab es gewissermaßen zur Einstimmung eine ausgezeichnete "musikalische Vorspeise". Rolf Engelhardt und seine Ehefrau Julia, eine ausgebildete Opernsängerin in Fach Mezzosopran, hatten Musikstücke ausgewählt, die einen Bezug zu den Werken, bzw. zu seinen reichhaltigen Leben darstellen. Und für Julia Engelhardt war es zudem ein Premiere, denn sie begleitete sich selbst auf dem Keyboard. So brachte sie zunächst die russische Romanze "Chrysanthemen" zu Gehör, die Weis auf mehreren Bildern gemalt hat. Später folgte "Spiel auf Deiner Geige" aus der Operette "Venus in Seide" von Robert Stolz und zum Schluss brachte sie "Hör die Zimbalklänge" aus der Operette "Zigeurunerliebe" von Franz Lehar, wo es passend heißt: "Überall ist' s schön, doch am schönsten ist's zu Haus". Mit diesen gekonnten Vorträgen erntete Julis Engelhardt tosenden Beifall, weil es ihr auch gelungen war, den an sich nüchterne Schalterhalle der Bank in einen kleinen Konzertsaal zu verwandeln.

Günter Weis lernte das Ehepaar Engelhardt, das seit Jahren Gemälde sammelt über den Maler des Deutschen Waldes, Fritz Ebel, kennen. Seine malerischen Aktivitäten verschwieg er. Eines Tages erhielt er einen Brief, dem kommentarlos drei Gemälde beigelegt waren. Dabei entdeckte er bei näherer Betrachtung die Signatur "G. Weiss". Er war überrascht von der Qualität der Bilder und nahm sofort mit ihm Kontakt auf. Daraus entwickelte sich eine intensive Freundschaft. Günter Weis ist kein "Dahergelaufener" wie Zugegezogene im Bergischen Land bezeichnet werden, sondern er ist "einer von hier"! Er wurde in Schlitz-Pfordt geboren, wuchs dort auf und legte am AvH in Lauterbach sein Abitur ab. Schon bald, so Engelhardt, stellte sich heraus, das er mit sämtlichen musischen Talenten gesegnet worden ist, wobei die Begabung zur deutschen und französischen Sprache unbedingt dazu gehört. Nach dem Studium der Romanistik, Germanistik und Pädagogik hält er als Dozent an der Universität Mainz Vorlesungen und Seminare über französische Kunst und Literatur. Weiter ist er als Übersetzer vom Französischen ins Deutsche tätig. Er übersetzt Kinder- und Jugendbücher für einen belgischen Verlag, veröffentlicht Gedichte und Erzählungen und ist Gründungsmitglied der literarischen Zeitschrift "Argos". Er beginnt mit neun Jahren Geige zu lernen und spielt Zeit seines Lebens in vielen Orchestern, oft als Konzertmeister sowie in zahlreichen Kammermusik-Ensembles. Mit 30 Jahren erlernt er als Autodidakt das Geigenbauen. Seine Instrumente sind so gut, sodass inzwischen mehr als ein Dutzend von Profi-Orchestermusikern und Solisten sie spielen. Seit seiner Kindheit singt er in verschiedenen Chören und lässt seit einigen Monaten seine Bassstimme professionell ausbilden. Und da ist noch eine weitere Leidenschaft, die Malerei, der er sich als lupenreiner Autodidakt erst seit ca. drei Jahren intensiv widmet, wobei er neben Blumenstillleben mit großer Vorliebe Landschaften malt. Seine Blumenbilder, so Engelhardt, stehen ganz in der Tradition der flämischen Stilllebenmakler des 18. und 19. Jahrhunderts, sind äußerst detailliert und absolut naturgetreu. In seinen Landschaftsbildern findet sich die Sichtweise der Impressionisten.

Meisterhaft versteht er es mit Licht und Farbe Stimmungen zu erzeugen und transportiert eigene Empfindungen in seine Bilder. In seinen Bildern spiegelt sich ganz seine Persönlichkeit: Mal lebensfroh, mal melancholisch, sanft, sensibel genau wie die Farbübergänge seiner Landschaften. Verblüffend ist die Ähnlichkeit mit den Werken des russischen Landschaftsmalers Isaak Lewitan (1860 - 1900).

Diesen Maler lernte er erst über das Ehepaar Engelhardt mit einem Bildband kennen und er erkannte sofort seine große Seelenverwandtschaft mit dem Maler und seitdem "nennen wir Günter scherzhaft den Lewitan von Lauterbach". Beim Betrachten der Bilder kam Begeisterung auf über die Malkunst von Günter Weis, der bevorzugt mit Öl auf Hartfaserplatten malt. Besonders waren die Vernissagegäste, darunter auch Bürgermeister Rainer-Hans Vollmöller, über sein jüngstes Werk, das "Puppenhäuschen" im Lauterbacher Stadtpark begeistert.