Dr. Jürgen Wilhelm, Kardiologe im Krankenhaus Alsfeld,
referierte über die wichtige Fitness im Alter.

Der Jahrgang 1959 war mit Spass bei den praktischen Übungen von Karin Wilhelm dabei.

Generationenberater Bernd Feldpusch erklärte, was bei der Altersplanung wichtig ist. 

Pressebericht von Hans-Peter Saurwein aus dem Schlitzer Bote vom 04.10.2014


Gesundheit und Geld - Herz(ens)angelegenheiten im Alter

Die Volksbank Lauterbach-Schlitz lud die 55-jährigen ein

Gesundheit, Geld und gutes Essen, wichtige Themen für diejenigen, die die 50 überschritten haben. Gut zehn Jahre vor dem Ruhestand der richtige Zeitpunkt, über diese Punkte mit Fachleuten zu reden. Das dachte sich auch der Vorstand der Volksbank Lauterbach - Schlitz und lud die Kunden des Jahrgangs 1959 zu diesem Themenabend ein.

"Jahrgang 59, das sind die Schauspielerin Hella von Sinnen, die Sängerin Sade, die Tennislegende John McEnroe, der Politiker Sigmar Gabriel und der Sänger Bryan Adams, um neben ihnen, meine Damen und Herren, noch einige andere des gleichen Jahrgangs zu nennen", begrüßte Norbert Lautenschläger, Vorstandsvorsitzender der Volksbank, vergangenen Mittwoch die zahlreichen Interessierten in den Räumlichkeiten der Bank.

Gut zehn Jahre vor dem Ruhestand, so der Bankchef, sei es genau der richtige Zeitpunkt, die persönliche Situation zu überdenken und wichtige Schritte in Richtung Rente vorzubereiten. Dazu gehöre zu allererst die Gesundheit, denn schließlich solle jeder, nach Jahrzehnten des Berufslebens, den wohlverdienten Ruhestand auch gesund erleben können.

Dr. Jürgen Wilhelm, Chefarzt und Herzspezialist im Alsfelder Krankenhaus, wies in seinem Vortrag auf die nicht unerheblichen Gefahren hin, diese Zielgerade "Ruhestand" gar nicht, oder nicht gesund, zu erreichen. Es ging ihm nicht um die verschiedenen Krankheitsbilder, sondern darum, wie jeder in dieser Altersklasse mit wenig Aufwand etwas für seine körperliche Fitness tun kann. Diese sei als "Metabolisches Äquivalent" (MET) messbar und lässt so Prognosen zu. Denn Bewegungsmangel, so Dr. Wilhelm, sei einer der größten Risikofaktoren in der heutigen Zeit. Nur zu leicht lasse man sich zum "süßen Nichtstun" verleiten und sehe die Folgen für den Körper und das eigene Wohlbefinden nicht. Walken, Nordic Walking, leichtes Jogging, alles in Verbindung mit einem Muskelaufbautraining, senke die Risikofaktoren enorm und nachhaltig. Ob Cholesterin, Blutdruck, Glukoseverarbeitung, Nikotinabstinenz, Blutgefäße oder Gewichtsreduktion, alles werde, so der Fachmann, positiv beeinflusst.

Grundvoraussetzung sei aber, nicht plötzlich auf eigene Faust loszurennen, sondern das Training mit seinem Hausarzt oder einem Trainer in einem Fitnessstudio abzusprechen. Dies gelte auch für Übergewichtige, bei denen sich nicht sofort eine Gewichtsreduktion einstelle.

Dr. Wilhelm brachte es abschließend mit zwei Sätzen auf den Punkt:

- Fitte Dicke sind besser dran, als faule Dünne

- Der Sporttreibende muss vielleicht mal (bei Verletzungen) zum Orthopäden, der Nicht-Sportler aber zum Kardiologen.

Karin Wilhelm, Ehefrau des Arztes, überraschte nicht nur die eingeladenen Gäste, sonder auch die Angestellten der Volksbank mit einigen Mitmachübungen. Körperhaltung aufbauen, über die äußere Balance die innere finden, ein Bein heben, das Gleichgewicht suchen, entspannt atmen und dabei immer wieder auf die Körperspannung achten; mehrere kleine Tai-Chi - Übungen überraschten das Publikum und forderten Konzentration und Körpergefühl. Frau Wilhelm zeigte auf, wie man ohne große Hilfsmittel viel für den eigenen Körper und ein positives Körpergefühl tun kann. Dazu muss man nicht unbedingt einen Trainingsanzug anziehen. Das waren leichte Übungen, die man durchaus an der Arbeit in der Frühstücks- oder Mittagspause durchführen kann.

Sie, die seit Jahren in einer Koronar-Sportgruppe aktiv mitarbeitet, betonte aber, dass es für den einzelnen wichtig sei, sich eine Sportart zu suchen, die ihm Spaß mache. Dies, in Abstimmung mit dem Hausarzt und einem kompetenten Trainer, bringe dann auch den gewünschten Erfolg.

Nach so viel Fitness theoretischer und praktischer Art galt es, noch einen Blick auf die finanzielle Vorsorge für den Ruhestand zu werfen. Das große Ziel vor Augen, aber reicht das Geld? Was kann ich noch tun, welche Verträge sollte ich ändern, welche Finanzmittel umschichten? Fragen, die Stefan Ruhl, Prokurist der Volksbank, mit einem 10.000 - Meter - Lauf verglich. "Das sind in einem Stadion 25 Runden, aber spannend wird es erst zum Schluss. Wer macht einen Zwischenspurt? Wer hat in der letzten Runde noch Reserven, wer kann kurz vor dem Ziel noch zulegen?" Sportfragen, die sich auch auf die finanzielle Situation eines 55 jährigen übertragen lassen. Wie bei den einzelnen Läufern sei auch bei der Finanzplanung alles individuell. Denn für jeden gibt es vier Schritte zu bedenken:

- wie viel Geld brauche ich später

- wie viel Geld habe ich zu erwarten

- wie hoch ist die Versorgungslücke und wie kann ich sie füllen

- Krankheit und Pflege im Alter berücksichtigen

Hier, so der Finanzfachmann, helfe nur ein persönliches Gespräch, in dem die Wünsche des Kunden analysiert und mit der derzeitigen Finanzsituation verglichen werden. Eine Finanzplan-Beratung auf der Zielgeraden. "Denn sie, der Läufer, der Fast-Ruheständler, sollen auf der Zielgeraden der Gewinner sein".

Bernd Feldpusch stellte sich als "Generationenberater" der Volksbank vor. Er klärt alle Fragen rund um Alter und Geldangelegenheiten. Feldpusch zeigte die rechtlichen Regelungen auf und wies auf die Risikoabsicherung hin. Mit ihm können so wichtige Fragen wie Wohnen im Alter, Altersvorsorge, Ruhestandsplanung, vererben/verschenken und Vermögensanlage im Alter besprochen werden. Bernd Feldpusch wies aber schon eingangs seines Vortrages darauf hin, dass er weder einen Rechtsanwalt noch einen Notar ersetze. Alles was mit ihm besprochen werde, müsse anschließend noch rechtlich abgesichert werden.

Der Vorstand der Volksbank lud anschließend die Gäste noch zu einem kleinen Imbiss ein. Leichte Kost, mediterran geprägt (gut fürs Cholesterin), mit einem Glas Rotwein (gut fürs Herz), rundete den Abend ab. Viele der Zuhörer nutzten die Möglichkeit eines Gesprächs mit Dr. Wilhelm, den Vertretern der Bank oder dem Tischnachbarn, denn Themen gab es ja genug.