Pressetext aus der Fuldaer Zeitung vom 15.01.2014

Manager mit Zahlen aus 2013 zufrieden

Volksbank Lauterbach-Schlitz zieht Bilanz / 6 Prozent Dividende

Lauterbach/Freiensteinau

Das Marktumfeld ist rauer geworden. Insbesondere die niedrigen Zinsen machen den Banken zu schaffen. Für die Volksbank Lauterbach-Schlitz, die gestern in einer Pressekonferenz die vorläufigen Zahlen für 2013 vorstellte, bedeutet dies einen Rückgang des Bilanzgewinns. Vorstandsvorsitzender Norbert Lautenschläger und Vorstand Alexander Schagerl zeigen sich dennoch zufrieden mit 2013.

Von unserem Redaktionsmitglied Walter Kreuzer

„Die EZB hält die Zinsen niedrig, um so die hoch verschuldeten Länder zu entlasten. Ich gehe davon aus, dass sich hieran so schnell nichts ändern wird“, wagt Norbert Lautenschläger einen Blick in die Zukunft. Für die Volksbank Lauterbach-Schlitz, deren Vorstandsvorsitzender er ist, bedeutet dies, dass „unser Gewinn auch in den nächsten Jahren tendenziell niedriger ausfallen wird. Unsere Eigenanlagen, die noch gute Zinsen bringen, laufen in den nächsten Jahren aus. Das wird uns treffen“, ergänzt sein Vorstandskollege Alexander Schagerl.

Mit einer Bilanzsumme von 434 Millionen Euro könne die Volksbank zwar relativ schnell reagieren. Um aus der Zinsfalle herauszukommen, gebe es aber nur zwei Möglichkeiten. Jene, risikoreichere Anlagen zu wagen, lehnen die beiden Manager ab. Somit bleibt, die „Kostenblöcke im Griff zu halten“. Und hier sehen sie die eigene Bank sehr gut aufgestellt. Als Beleg nennt Schagerl die cost-income-ratio. Diese Kennziffer zeigt auf, wie hoch die Kosten sind, um einen Euro zu verdienen. Bei der Volksbank Lauterbach-Schlitz liegt dieser Wert bei 49 Prozent, sie muss also 49 Cent aufwenden, um einen Euro zu verdienen. „Damit nehmen wir einen hervorragenden Platz in der Branche ein“, sagt Schagerl. Andere Institute hätten deutlich höhere Kosten, die häufig im Bereich von 65 bis 75 Prozent lägen. „Bei den niedrigen Zinsen steht und fällt die Zukunftsfähigkeit der Banken mit den Kosten“, unterstreicht Lautenschläger.

Mit 1,15 Millionen Euro liegt der Bilanzgewinn 2013 auf dem Niveau von 2011. 2012 war er auf 1,27 Millionen Euro geklettert. Die Dividende soll mit 6 Prozent gleich bleiben. Somit zahlt die Bank knapp 200 000 Euro an ihre 8668 Mitglieder aus. Ob dieser Wert 2014 und 2015 gehalten werden kann, bleibt abzuwarten. Der Volksbank-Vorstand jedenfalls gibt sich vorsichtig: „Diese beiden Jahre werden vom Ertrag schlechter werden. Die erwarteten geringeren Erträge durch die Niedrigzinsen können wir nicht durch die Kostenstrukturen ausgleichen.“

Zurück zum Jahr 2013. Mit zum Jahresende 5597 Konten – knapp drei Prozent mehr als 2012 – und einem Anlagevolumen von 53,6 Millionen Euro war die Internetfiliale die größte Filiale der Volksbank. Deren Chefs zeigen sich mit dieser Entwicklung sehr zufrieden. Das gilt auch für die Entwicklung der Kundeneinlagen, die am 31. Dezember bei 304 Millionen Euro lagen, sowie für das Kreditvolumen mit einer Steigerungsrate von 4,4 Prozent auf 189 Millionen Euro. Schagerl: „Das gewerbliche Kreditgeschäft verlief sehr positiv. Allen vertretbaren Kreditwünschen konnten wir nachkommen, eine Kreditklemme hat es bei unserem Mittelstand nicht gegeben.“ Auch das private Kreditgeschäft habe zugenommen. Insgesamt seien 622 Kreditanträge mit einem Volumen von mehr als 63 Millionen Euro bearbeitet worden. Von positiven Entwicklungen sprechen Lautenschläger und Schagerl auch in Bezug auf die Bausparverträge und das Wertpapiergeschäft. 2013 wurden 779 Bausparverträge mit einer Summe von insgesamt 17,91 Millionen Euro abgeschlossen. Der Wert, der Kundenanlagen beim Kooperationspartner Union Investment stieg um 12 Prozent auf 52 Millionen Euro.

In Zahlen

  • Bilanzsumme: 434 Millionen Euro (2012: 433 Millionen Euro).
  • Bilanzgewinn: 1,15 Millionen Euro (2012: 1,27 Millionen Euro).
  • Kundeneinlagen: 304 Millionen Euro (2012: 314 Millionen Euro).
  • Kreditvolumen: 189 Millionen Euro (2012: 181 Millionen Euro).
  • Dividende: 6 Prozent (2012: 6 Prozent).
  • Mitglieder: 8668 (2012: 8419).
  • Mitarbeiter: 95 (2012: 96), darunter 11 Auszubildende.
  • Filialen: Lauterbach, Schlitz, Frischborn, Maar, Wallenrod, Herbstein, Angersbach, Landenhausen, Freiensteinau, Engelrod (SB-Automat). / kw