Vorstandsvorsitzender Norbert Lautenschläger (links) und Vorstandsmitglied Alexander Schagerl vor dem Plakat in der Bahnhofstrasse, hinter dem derzeit der Neubau des Bürogebäudes entsteht. Die offizielle Eröffnung ist etwa für Mitte 2014 vorgesehen.

Pressetext aus dem Lauterbacher Anzeiger vom 15.01.2015

Volksbank sieht sich für 2014 bestens gerüstet

Jahresbilanz: Geldinstitut will wieder sechsprozentige Dividende ausschütten / 249 neue Mitglieder / Hoher Wert der Ausbildung

Lauterbach (bl). Zu einer Klausurtagung werden am Wochenende die Mitglieder des Vorstandes und weitere Führungskräfte der Volksbank Lauterbach-Schlitz eG zusammenkommen, um das abgelaufene Geschäftsjahr Revue passieren zu lassen. Dass 2013 für das Geldinstitut erneut erfolgreich war, unterstrichen bereits gestern Vormittag die beiden Vorstände Norbert Lautenschläger und Alexander Schagerl. Die wichtigsten Daten: die Bilanzsumme erhöhte sich auf 434 Millionen Euro, man wird einen Gewinn von 1,150 Millionen Euro ausweisen können und der Vertreterversammlung wieder eine Dividende in Höhe von sechs Prozent vorschlagen.

Zu Beginn der gestrigen Bilanzpressekonferenz skizzierten die beiden Vorstandsmitglieder die vielschichtigen Aktivitäten und Sponsoringmaßnahmen im Sinne der Mitglieder und Kunden. Als „roter Faden“ habe sich dabei die Thematik „Energieeffizienz“ für private Bauherren und Unternehmer gleichermaßen durch das vergangene Jahr gezogen. Sowohl Lautenschläger als auch Schagerl betonten zudem den hohen Wert, den die Ausbildung bei der Volksbank Lauterbach-Schlitz genieße. Dabei gelte es, auch „über den Tellerrand“ hinauszuschauen, wie das erstmals durchgeführte Sozialpraktikum für Auszubildende des ersten Lehrjahres zeige. Dieses werde auch 2014 auf dem Programm stehen.

Sehr stolz zeigten sich die beiden Vorstände auf die im vergangenen Juni erfolgte „Auszeichnung für erfolgreiches Förderkreditgeschäft durch die DZ Bank“, was nunmehr bereits zum fünften Mal in sechs Jahren der Fall gewesen sei. Ebenso stolz sei man freilich über die 249 neuen Mitglieder, die im Berichtsjahr 2013 der Volksbank Lauterbach-Schlitz beigetreten seien: Zum 31. Dezember 2013 waren es damit insgesamt 8668 Mitglieder mit einem Geschäftsguthaben von 3,2 Millionen Euro. Das Geldinstitut unterhalte neun stationäre Geschäftsstellen und eine SB-Stelle und beschäftigte Ende 2013 95 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, darunter elf Auszubildende. Vorstandsvorsitzender Lautensschläger: „Die Aus- und Weiterbildung besitzt bei uns einen hohen Stellenwert“. Es bleibe weiterhin Bestreben des Hauses, all’ diejenigen jungen Leute auch zu übernehmen, die bleiben wollten.

„Sehr zufrieden“ (Schagerl) zeigten sich die Verantwortlichen mit der Entwicklung der Internetfiliale: Dort wurden zum Jahresende 5597 Konten geführt (+2,9 Prozent) mit einem Anlagevolumen von 53,6 Millionen Euro (+6,2 Prozent). Die Kunden schätzten das „schnelle Internet-Geschäft, aber auch die spezielle, kompetente und individuelle Beratung – und all’ das in einem Hause“.

Bilanz: 434 Millionen

2010 hatte die Bilanzsumme bei 378 Millionen Euro gelegen, 2011 bei 404 Milllionen, 2012 bei 433 Millionen und im vergangenen Jahr – wie erwähnt – bei 434 Millionen Euro. Weiterhin gut sei die Eigenkapitalausstattung der Bank; das bilanzielle Eigenkapital werde sich, eine Zustimmung der Vertreterversammlung vorausgesetzt, auf voraussichtlich 29 Millionen Euro erhöhen. Die beiden Vorstände: „Die Liquidität war 2013 jederzeit gewährleistet und die gesetzlichen Normen wurden jederzeit eingehalten“. Die bankeigenen Anlagen betrugen zum 31. Dezember 2013 übrigens 228 Millionen Euro.

Mit der Entwicklung der Kundeneinlagen im Geschäftsjahr 2013 (304 Millionen Euro) zeigten sich beide Vorstandsmitglieder ebenfalls zufrieden – besonders vor dem Hintergrund der schwierigen Wettbewerbssituation. Auch das bilanzielle Kreditvolumen habe sich mit einer Steigerungsrate von 4,4 Prozent auf rund 189 Millionen Euro erfreulich entwickelt. Schagerl: „Das gewerbliche Kreditgeschäft verlief sehr positiv. Allen vertretbaren Kreditwünschen konnten wir nachkommen, eine Kreditklemme hat es bei unserem Mittelstand nicht gegeben“. Aber auch das private Kreditgeschäft, vornehmlich die privaten Baufinanzierungen, hätten zugenommen. Grund hierfür waren einerseits die weiterhin günstigen Marktkonditionen sowie vielfältige Vertriebsaktivitäten der Mitarbeiter. Das Fazit: „Unsere Kreditvergabepolitik war jederzeit verlässlich und konstant. Insgesamt wurden im abgelaufenen Geschäftsjahr mehr als 622 Kreditanträge mit einem Volumen von mehr als 63 Millionen Euro bearbeitet. Alle erkennbaren Risiken sind in ausreichender Höhe abgeschirmt“.

Die Volksbank Lauterbach-Schlitz schloss in 2013 779 Bausparverträge mit einer Summe von 17,91 Millionen Euro ab. Hier verzeichne man schon seit Jahren eine überaus positive Entwicklung; auch im Versicherungsgeschäft könne das Erreichen der Ziele vermeldet werden.

Was das Jahresergebnis betrifft, so werde das Geldinstitut einen Gewinn in Höhe von 1,150 Millionen Euro ausweisen können, nach 1,27 Millionen Euro im Jahr 2012. Beide Vorstände unterstrichen, dass man mit einer so genannten cost-income-ratio in Höhe von 49 Prozent einen hervorragenden Platz in der Bankenbranche einnehme. Lautenschläger: „Dies bedeutet, dass wir 49 Cent aufwenden, um einen Euro zu verdienen“.

Um auch künftige gesetzliche Eigenkapitalanforderungen an Banken erfüllen zu können, werde man auch diesmal das Eigenkapital durch eine so genannte Gewinnthesaurierung stärken. Die geplante sechsprozentige Dividende bedeute rund 200 000 Euro, die man ausschütten werde.

Vorstandsvorsitzender Lautenschläger äußerte in diesem Zusammenhang zugleich sein Unverständnis darüber, dass die Sparkasse Oberhessen erneut auf eine Ausschüttung an die beteiligten Kreise verzichte (der LA berichtete in seiner Freitagausgabe). Dies sei zum einen ein Wettbewerbsnachteil, zum anderen handele es sich sowohl beim Vogelsberg- als auch beim Wetteraukreis um Schutzschirmkommunen.

Ausblick auf 2014

Was das laufende Jahr 2014 angeht, so rechnet der Volksbank-Vorstand „mit einem weiter anhaltenden niedrigen Zinsniveau“. Die europäischen Staaten würden dies weiter von der EZB einfordern, um Zinsbelastungen niedrig zu halten und weitere Reformen voranzutreiben. Die EZB wiederum müsse auch im laufenden Jahr erheblich auf die Stabilität des Euros achten. Die wirtschaftliche Entwicklung Europas, und insbesondere Deutschlands, bleibe abzuwarten. Die Prognosen für Europa gingen von einem Wirtschaftswachstum von 0,9 Prozent aus, für Deutschland werde ein Wachstum von 1,7 Prozent erwartet.

Lautenschläger: „Für die Volksbank Lauterbach-Schlitz gehen wir von weiter wachsenden Marktanteilen aus. Sowohl im bilanziellen Geschäft wie auch im Dienstleistungsgeschäft wollen wir Steigerungsraten erzielen“. Trotz des hohen Wettbewerbs in der Finanzbranche sehe man sich gut gerüstet, das umzusetzen, was man sich vorgenommen habe.